Homöopathische Ausgangsstoffe
Homöopathika werden vielfach als rein pflanzliche Arzneimittel betrachtet. Dies ist nicht ganz richtig. Zwar ist ein Großteil der verwendeten Homöopathika pflanzlichen Ursprungs, es werden aber auch Mineralien (z.B. Silicea = Kieselsäure), Gifte (z.B. Schlangengifte) aber auch tierische Bestandteile(z.B. Apis mellifica, die Honigbiene) verarbeitet.
Aus diesen Rohstoffen wird gemäß Herstellungsvorschrift des Homöopathischen Arzneibuches die sogenannte Urtinktur hergestellt, z.B. ein Extrakt einer bestimmten Heilpflanze. Die Urtinktur hat das Zeichen einer durchgestrichenen Null Ø. Sie ist der Ausgangsstoff für alle weiteren Verdünnungsstufen (Dilutionen) in der Homöopathie. Die Urtinktur wird beim sogenannten Potenzieren mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch 1:10 verdünnt und verschüttelt. So erhält man die erste Potenzstufe, die D1 (D=decem/lateinisch 10). Im nächsten Verdünnungsschritt wird diese D1 wiederum 1:10 verdünnt und verschüttelt, und man erhält die D2. Auf diesem Wege kann man durch gleiche Verfahrensweise immer höhere Potenzstufen herstellen.
Doch die Urtinkturen werden beim Potenzieren nicht einfach nur verdünnt.
Das Wort "Potentia" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Kraft oder Stärke. Beim Verschütteln soll die Heilkraft des Arzneimittels freigesetzt und im Trägerstoff eingeprägt werden.
Neben der Urtinktur (=Ø) und den D-Potenzen (1:10 Verdünnungen) gibt es in der Homöopathie auch noch die C-Potenzen (C=centum/lateinisch 100) bei denen 1:100 verdünnt wird und die sehr selten verwendeten sogenannten LM- oder Q-Potenzen (1:50.000 Verdünnungen).
Bei festen homöopathischen Arzneiformen wie z.B. Tabletten wird als Trägerstoff anstatt eines Alkohol-Wasser-Gemisches Milchzucker verwendet.